Pressebericht

04.10.2017  | Netzcode: 5367027 OWZ

Schickes vom Schaf

Filz-Kurs von Oberpfalz-Medien bringt Frauen zum Schwitzen

Stolz präsentiert Kursleiterin Conny Völkl zwei
Stolz präsentiert Kursleiterin Conny Völkl zwei Filztäschchen, wie sie auch im Kurs hergestellt werden. Die fertigen Teile kann man beliebig mit Knöpfen, Perlen oder aus Filz ausgeschnittenen Dekorationen verzieren. Bilder: Harald Mohr

WEIDEN. Es ist dämpfig im Raum. Mehrere Frauen stehen um die Tische herum und kneten angestrengt. Keinen Teig, die Damen bearbeiten Wolle, sind beim Walken. Die Oberpfalz-Medien veranstalteten einen Schnupperkurs "Filzen" im DJK-Vereinsheim.

Die Teilnehmerinnen streichen mit festem Händedruck immer wieder über mit Seifenlauge angefeuchtete Noppenfolie, unter der sich die ebenfalls angefeuchteten, noch unfertigen Werkstücke verbergen. "Durch die warme Lauge verbinden sich die Fasern besser", erklärt Kursleiterin Conny Völkl. Was beim Haarewaschen sehr unangenehm sein kann, ist hier gewollt. Die Fasern quellen auf, so dass sich die Schuppen ineinander verhaken.

Die Frauen tragen Schildchen mit ihren Vornamen. Die Freude am gleichen Hobby verbindet, und so duzen sie sich untereinander. Conny Völkl ist ständig beschäftigt. Sie geht herum, berät hier und hilft dort. Immer wieder geht jemand hinaus, holt in einem großen Kübel frisches Wasser und wärmt es mit Hilfe eines elektrischen Wasserkochers an. "Heute machen wir eine Tasche", erläutert Conny Völkl. "Die wird in einem Stück als Hohlkörper gefertigt."

Ein kreatives Hobby: Solche hübschen Täschchen
Ein kreatives Hobby: Solche hübschen Täschchen und noch Vieles mehr kann man aus Filz fertigen.



Dazu wird aus kräftiger Kunststofffolie eine Schablone zugeschnitten, die ungefähr ein Drittel größer sein muss als das fertige Teil. Aus einem sogenannten "Kammzug", einem Strang gekämmter Schafwolle, werden Fasern herausgezogen und in Dachziegelform auf die Schablone gelegt. Insgesamt drei Schichten werden kreuzweise übereinandergelegt. Wer möchte, kann danach noch farbige Muster hinzufügen.

Wenn die Fasern durch das Walken miteinander verbunden sind, können die Schablone und die Noppenfolie entfernt und das Werkstück weiter mit der Hand bearbeitet werden, damit der Filz noch dichter und haltbarer wird. „Die Tasche muss auch von links gewalkt werden, damit man innen keine Fusseln hat.“ Anschließend wird das Stück gewaschen und in Essigwasser gespült, um die letzten Reste der Seifenlauge zu neutralisieren. Vor dem Trocknen kann man es noch, sofern nötig, in Form ziehen.

Mit Rat und Tat steht Conny Völkl (rechts) den
Mit Rat und Tat steht Conny Völkl (rechts) den Kursteilnehmerinnen zur Seite.



„Ich habe schon mal eine Schultüte, eine Tasche und einen Handarbeitskorb gefilzt“, erzählt Ria Schwarz aus Neustadt/WN. „Aber unter Anleitung geht’s immer besser. Man wird wieder an Dinge erinnert, die man vergisst, wenn man allein daheim vor sich hinwerkelt.“ Daniela Rupprecht filzt heute zum ersten Mal. „Ich wollte das schon lange mal ausprobieren, weil ich schöne Sachen aus Filz oft auf Märkten gesehen habe.“ Die zierliche Frau findet das Walken anstrengend. Jetzt verstehe sie, wie viel Arbeit dahinter stecke und warum handgefilzte Artikel nicht ganz billig zu haben seien. Allein daheim wird sie wohl nicht filzen, aber in einer Gruppe möchte sie gern wieder mitmachen. Denn: „Die sind ja einmalig, die Taschen, die wir heut’ machen.“

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Der neue Tag, 09.09.2017

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